Was braucht es für effektive Teamarbeit?

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Es gibt viele Theorien und Frameworks, die von Führungskräften und Teamleitern genutzt werden, um Mitarbeiter und Gruppen in Projektarbeit zu motivieren und den output bzw. outcome zu steigern. In den meisten davon stecken dieselben Kerngedanken und Methoden, die mehr oder weniger kompliziert verpackt werden.

Gestern Abend ist mir auf einem Workshop ein Kernprinzip guter Teamarbeit deutlich geworden, das simpel erklärt ist und sicher schon häufig erwähnt wurde, allerdings auch so zentral ist, dass jede Führungskraft sie beherzigen muss.

Wie schaffe ich schnelle und effektive Teamarbeit?

Wie wildfremde Menschen plötzlich effektiv zusammenarbeiten

Der besagte Workshop war ein 2-stündiges Event für Führungskräfte, die mehr oder weniger geschult und erprobt im agilen Mindset waren. Keiner in unserer Gruppe war mit dem kommenden Spiel vertraut. Wir wurden zufällig in drei Gruppen zu je 12 Personen aufgeteilt und erhielten alle die gleiche Aufgabe.

Das Mikado-Spiel

Nach einer längeren Planungsrunde sollten 6 Mitspieler mit verbundenen Augen, nur angeleitet durch Kommandos eines Teamleiters, möglichst viele Punkte im Spiel Mikado erreichen. Als constraint waren nur 12 in der Planungphase festzulegende Kommandos erlaubt, weitere Worte durften nicht gewechselt werden. Es gab drei Spielrundent, unterbrochen durch zwei kürzere Pausen, in denen die Kommandos verfeinert werden durften. Die übrigen Gruppenmitglieder standen als stumme Beobachter am Rand.

Die Beobachtung

In allen drei Gruppen fand sofort eine fokussierte Beschäftigung mit der Aufgabe statt. Es wurde diskutiert, schnell einige Kommandos notiert und die ausgiebige Planungszeit sogar so weit genutzt, dass Testläufe stattfanden, bevor die Spielrunde begann. In den Pausen zwischen den Runden gaben die Mitspieler Feedback an die (in unserem Fall) Teamleiterin, was während der Spielzeit nicht erlaubt war. Insgesamt entstand eine konstruktive Diskussionen über Verbesserungsmöglichkeiten.

Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Teilnehmer mit einem offenen Mindset in den Workshop gegangen ist und somit eine gute Grundlage für die effektive Lösung der Aufgabe gegeben war. Dennoch erstaunte mich die Tatsache, dass sich vorher untereinander unbekannte Menschen mit Verve einer Aufgabe hingaben, die offensichtlich keinen weiteren Nutzen, außer dem Gewinn eines Geschicklichkeitsspiels für Kinder hatte.

Am Ende hatten die Mitspieler mit teilweise hohem Körpereinsatz auf Knien um jeden Punkt gekämpft und die Teamleiterin nach anhaltender höchster Konzentration einen hochroten Kopf. Die Freude und Erleichterung über das positive Punkteergebnis sprach Bände.

Die Erkenntnis und das Learning zum Thema Leadership

Die Beobachtungen, die ich während des Spiels in der einen Gruppe gemacht hatte, ähnelten den Beobachtungen und dem Verlauf des Spiels in den anderen Gruppen, wie wir in der Feedbackrunde erfuhren.

Darüber kam ich ins Nachdenken und im Nachgang erkannte ich, dass wir hier etwas erlebt haben, das in vielen Ratgebern bereits vermerkt ist, aber in meiner Erfahrung nicht in allen Teams gelebt wird:

Für effektive Teamarbeit braucht es ein gemeinsames, ambitioniertes aber erreichbares Ziel.

Die Erkenntnis ist simpel und trat während dieses Workshops in drei Teams unabhängig voneinander hervor. In allen hatten sich die Mitspieler auf Grundlage derselben Aufgabe sofort und nachhaltig an die Lösungsfindung gemacht. Leider gab es keine Kontrollgruppe, die mit einer zum Beispiel unlösbaren und frustrierenden Aufgabe konfrontiert wurde oder einer Aufgabe mit output, allerdings ohne klare Zielvision (zu gewinnen).

Ich werde dieses nicht unbedingt neue, aber eindrucksvoll erlebte Learning für mich mitnehmen und zukünftige Projekte auf diese Prämisse abklopfen.

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